Peter Croton (europäische Laute) & Nehad El Sayed (arabische Oud)

image13

 

 Die Europäische Laute hat ihren Ursprung in der arabischen Welt, und obwohl die Laute und die Oud sich unterschiedlich entwickelt haben, sind es ihre Gemeinsamkeiten, die El Sayed und Croton in einem Programm mit alter und neuer Musik zusammenbringt. Die Instrumente werden alleine sowie auch im Duo vorgestellt, mit traditioneller und neue Musik und auch mit Eigenkompositionen der beiden Musiker. Eine Begegnung zweier unterschiedlicher Welten mit einer gemeinsamen Geschichte.


"Peter Croton stammt aus den USA, Nehad El-Sayed aus Ägypten. Beide sind renommierte Virtuosen ihrer Instrumente, beide leben in der Schweiz und haben sich zu einem nicht alltäglichen Duo zusammengefunden. … Croton und El-Sayed gelang dennoch ein faszinierendes musikalisches Ereignis mit Musik aus Renaissance und Gegenwart, abwechselnd auf Oud oder Laute, dann wieder gemeinsam gespielt.“ 

(Toccata Nr. 97; September/Oktober 2018)

Videos

Konzertauszüge

The love he left behind 

"Nehad El Sayed … bereichert den Abend mit seinem unvergleichlich virtuosen Oud-Spiel. Er gehört zweifellos zu den talentiertesten Oud-Spielern der Welt." OLTNER TAGBLATT


NEHAD EL SAYED, geboren 1975 in Kairo, gehört zu den talentiertesten Oud-Spielern der Welt. Er schloss 2001 seine Ausbildung an der Kairoer Beit El-Oud, der einzigen arabischen Hochschule für arabische Laute, mit Auszeichnung ab. Dort, und ebenfalls am Cairo Opera House, wurde er schon während seines Studiums als Dozent angestellt, 2004 als ihr Vertreter für drei Monate nach Algerien entsandt. 

2005 begann er auch ein Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste Bern, wo er Sommer 2008 den Bachelor in Composition and Theory erhielt und September 2010 mit dem Master of Arts in Composition and Theory abschloss.

Nehad El-Sayed ist mit den verschiedenen Typen und Repertoires der arabischen Klassik eng vertraut, spielt auch Sufi-Musik und befasste sich schon früh mit der modernen arabischen Komposition. Er erwarb sich einen Namen mit Auftritten an verschiedenen großen Festivals in Kairo und Alexandria, besuchte mit dem renommierten Oyoun Ensemble mehrere arabische Länder sowie Italien, war Gast des Institut du Monde Arabe in Paris (2000), des Oud-Symposiums in Marrakech (2002) und trat im gleichen Jahr mit dem Beit El-Oud El-Araby Trio beim Babylon Festival auf. 2000 wurde er 1. Preisträger des ersten Oud- Wettbewerbs, organisiert von der Arabischen Liga in Amman (Jordanien). In den letzten vier Jahren konnte sich Nehad El-Sayed auch in der Schweiz als Oud-Solist einen Namen machen. Zudem wurden seine Kompositionen aufgeführt, und er erhielt mehrere Kompositionsaufträge. 

2005 war er Artist in Residence der nationalen Kulturstiftung Pro Helvetia und realisierte in dieser Zeit drei interkulturelle Projekte. Seine Kompositionen sind für die verschiedensten, oft überraschenden Besetzungen geschrieben. Wie auch seine Lebensgeschichte thematisieren sie mit Empathie und humorvoller Menschlichkeit etwas von der heutigen Heterophonie oder Kakophonie der Weltgesellschaft.

www.nehadelsayed.com

***


"Lyrisch und virtuos... Erstaunlich die breite Farbskala und die dynamischen Abstufungen. Erstaunlich auch der Abwechslungsreichtum zwischen lyrischer Intimität und extravertierte, anspruchsvollster Virtuosität." NÜRNBERGER NACHRICHTEN 

PETER CROTON, der in der Schweiz beheimatete amerikanische Lautenist-Gitarrist unterrichtet Laute, Gitarrengeneralbass und Historische Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis, sowie an den Hochschulen für Musik in Basel und Bern. Sein Repertoire umfasst Werke des 16.–21. Jahrhunderts, Eigenkompositionen, sowie „folk music“ aus verschiedenen Ländern. 

Crotons musikalische Wurzeln in Folk und Jazz wurden durch eine profunde Ausbildung in Alter Musik am Oberlin Conservatory of Music (USA) und an der Schola Cantorum Basiliensis (Schweiz) mit Eugen Dombois und Hopkinson Smith ergänzt. Unter seinen Auszeichnungen ragt der erste Preis beim internationalen Wettbewerb für Alte Musik 1984 The Erwin Bodky Competition in USA heraus. Seit 1984 hat er mehrere CD- und Rundfunkaufnahmen als Solist und Kammermusiker vorgelegt. Peter Croton gibt Konzerte in ganz Europa und den USA als Solist und im Ensemble.

Seine neuesten Bücher Performing Baroque Music on the Classical Guitar (2015) und Performing Baroque Music on the Lute & Theorbo (2016) sind bei Amazon erhältlich. Er ist Autor des Lehrbuches Generalbass auf der klassischen Gitarre – ein praktischer Lehrgang nach historischen Prinzipien (2005). Peter Croton tritt auch als Komponist verschiedener Stilrichtungen in Erscheinung. Im Jahr 2001 wurden sechs seiner Werke von der Deutschen Lautengesellschaft veröffentlicht und 2009 vier von seinen Lautenliedern mit Texten von William Shakespeare von der Tree Edition herausgegeben.

Peter Croton ist Initiator und Künstlerischer Leiter des Festivals BASELPLUCKS – Festival for lute & guitar, und ist seit November 2017 Vorsitzender der Deutschen Lautengesellschaft.

www.peter-croton.com

 

Rezensionen

"Das zweite Konzert des Abends war geprägt von einer musikalischen Begegnung des Okzidents mit dem Orient – der europäischen Renaissancelaute mit der arabischen Oud. Peter Croton stammt aus den USA, Nehad El-Sayed aus Ägypten. Beide sind renommierte Virtuosen ihrer Instrumente, beide leben in der Schweiz und haben sich zu einem nicht alltäglichen Duo zusammengefunden. Laute und Oud, obschon eng verwandt, möchten allerdings nicht so recht zueinanderfinden. Die Laute, mit den Fingern angeschlagen und sensibel in der Klangbildung, braucht die elektronische Verstärkung, um mit der Oud dynamisch mithalten zu können. Die Oud hingegen, dem komplexen arabischen Tonsystem verpflichtet und daher ohne Bünde auf dem Hals, wird mit einem Plektrum angeschlagen und verfügt über ein beachtliches Klangvolumen, das den Kirchenraum mühelos füllte. Croton und El-Sayed gelang dennoch ein faszinierendes musikalisches Ereignis mit Musik aus Renaissance und Gegenwart, abwechselnd auf Oud oder Laute, dann wieder gemeinsam gespielt. Neben Kompositionen von Francesco Spinacino und Joan Ambrosio Dalza aus dem frühen 16. Jahrhundert erklangen Werke von Peter Croton (*1957), Mamdouh El-Gebaly (*1967), Marcel Khalife (*1950) und Jamil Bashir (1920-1977). Im Zentrum des Programms standen Variationen über 'Greensleeves', zunächst von Peter Croton, dann von Nehad El-Sayed improvisiert, die abschließend in einer gemeinsamen Passacaglia mündeten."
Ingo Negwer (Toccata Nr. 97; September/Oktober 2018)

***


"Ebenfalls in ungewohnter Konstellation traten die beiden Lautenisten im nachfolgenden Konzert auf. Der aus Ägypten stammende und in der Schweiz lebende Nehad El-Sayed spielte auf der arabischen Oud und Peter Croton auf dem Instrument, welches sich in der Geschichte aus der Oud als europäischer Instrumentenzweig entwickelte, der (europäischen) Laute.

Zunächst spielten beide Solostücke, jeweils auf ihrem Instrument, beginnend mit einem Ricercar von Francesco Spinacino, dann fortsetzend im Wechsel mit Werken von Komponisten des 20. Jahrhunderts und auch mit Werken der beiden Interpreten selbst. Virtuosität und Perfektion der beiden auf hohem Niveau musizierenden Künstler steigerte sich noch, als sie schließlich als Duo musizierten. Die Laute war dabei elektrisch verstärkt, da die Oud, mit Plektrum gespielt, einen deutlich kräftigeren Eigenklang besitzt. Eindrucksvoll ließen sich die Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten der verschiedenen Musiktraditionen bei den 'Variations on Greensleeves' erleben. Staunend konnte man erahnen, zu welchen Nuancen die Oud mit ihren Ornamenten und ihrem bundlosen Spiel auf Skalen mit Vierteltonabständen fähig ist. Wie mag die europäische Musik geklungen haben, als man auf der mit Bünden versehenen Laute eben nicht temperiert musiziert hat? Ließe sich durch die Kenntnis der orientalischen Spielweisen ein erneuerter musikalischer Zugang zu den westlichen Kirchentonarten finden? Ein weiterer Höhepunkt des Programms war die improvisierte Passacaglia, in der sich musikalisch vielfältig West und Ost zu vereinen schienen, danach nochmals hoch beeindruckend ein Solo auf der Oud von Jamil Bashir (1920-1977), bevor das Konzert mit zwei Stücken von Joan Ambrosio Dalza abschloss."
Oliver Holzenburg (Deutsche Lautengesellschaft, Lauteninfo 2-3/2018)

  

PROGRAMBEISPIEL

Peter Croton, europäische Laute  & Nehad El Sayed,  arabische Oud 


Francesco Spinacio (fl. 1507)

Ricercare


Mamdouh El-Gebaly (*1967)

Samaai Rahet Arwah


Peter Croton (*1957)

Quietness (Prelude)

Searching for Dalza


Marcel Khalife (*1950)

Jadal (Auszüge)


Jamil Bashir (1920-1977)

Nahawand


Peter Croton (*1957) 

Variations on Greensleeves

Nehad El Sayed (*1975)

Variations on Greensleeves (improvisation)

Croton/El Sayed

Passacaglia (improvisation)


Joan Ambrosio Dalza (fl. 1508)

Salterello & Piv